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1. Stetig steigende Endverbraucherpreise

bei stetig sinkender Einspeisevergütung. Ein Paradoxon.

Es bedarf keiner detaillierten Kenntnisse der Wirtschaftswissenschaften, um dies als Widerspruch zu erkennen. Formelle Hauptursache der steigenden Endverbraucherpreise ist die EEG-Umlage, die zur Förderung der Stromversorgung aus erneuerbaren Quellen gedacht war.

 

Bei einem durchschnittlichen Endverbraucherpreis von derzeit ca. 27 Cent/kWh brutto, welcher ca. 23 Cent/kWh netto entspricht  und bei ca. 4 Cent/kWh durchschnittlichen Aufwand für den regionalen Netzbetreiber ergeben sich ca. 19 Cent/kWh  für einen bereinigten Nettopreis.

Bei einer Einspeisevergütung von

ca. 5 Cent/kWh bei KWK-Anlagen

ca. 7 Cent/kWh bei Windkraft  und

ca.12 Cent/kWh bei PV-Anlagen

 

ist es völlig unlogisch, weiterhin von einer Förderung zu sprechen, wenn die Einspeisevergütung deutlich unter dem realen Strompreis an der Einspeisestelle liegt.

Ursache des Widerspruches ist ein „Geburtsfehler“ des EEG (Erneuerbare Energie Gesetz).

Es wäre sinnvoll, den Förderbetrag, die EEG-Umlage, als Differenz zwischen Einspeisevergütung und dem bereinigten Nettopreis an der Einspeisestelle festzulegen. Das entspräche einer üblichen marktwirtschaftlichen Herangehensweise, bei der im Endeffekt der Endverbraucherpreis die entscheidende Rolle spielt.

An dessen Stelle wird die EEG-Umlage als Differenz zu einem für den Endverbraucher völlig irrelevanten Börsenpreis berechnet. Dadurch ist es möglich, durch eine (z.B. manipulierte) Senkung des Börsenpreises die EEG-Umlage und damit den Endverbraucherpreis anzuheben, ohne dass dafür eine reale und nachvollziehbare Kostensteigerung zu Grunde liegt.

Eine ideale Möglichkeit zur Gewinnsteigerung und gleichzeitig zur Verminderung der Akzeptanz für die Energiewende in der Bevölkerung. Dadurch kann man den Ausstieg aus dem Atomausstieg geschickt psychologisch vorbereiten und gleichzeitig daran verdienen.

 

Wenn die EEG-Umlage sinnvoll entsprechend ihrer Zielstellung berechnet würde, käme zum Ausdruck:

  • Eine Förderung der  Stromerzeugung aus Wind und Sonne findet nicht mehr statt. Im Gegenteil, der reale Förderbetrag für neue Anlagen ist negativ.
  • Zur Begrenzung des Kostenanstieges bei den Strompreisen für die Endverbraucher ist die Festlegung von Ausbaukorridoren überflüssig.
  • Die tatsächlichen Ursachen der stetig steigenden Strompreise werden nicht mehr verschleiert und können nicht mehr der Energiewende angelastet werden.
  • Der dadurch notwendige transparente Ausweis der tatsächlichen Ursachen der Kostensteigerung wie z.B.
  • Auszahlung von Dividenden an Aktionäre und hohe Managergehälter,
  • Finanzierung von Lobbyarbeit oder Parteispenden  und
  • Quersubventionierung der Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen bewirkt, dass diese Kosten nicht ungehemmt weiter gesteigert werden können.
  • Die EEG-Umlage kann nicht mehr zur „solidarischen“ Belastung des Eigenverbrauches von Strom missbraucht werden. Die Erhöhung des Eigenverbrauches, der nur über die dezentrale Eigenerzeugung von Strom möglich ist, ist die einzige rationelle Möglichkeit, die Versorgungssicherheit entscheidend zu verbessern. Sie müsste also deutlich gefördert werden, anstatt sie mit Umlagen auszubremsen.

 

Mit einer zweckmäßigen Berechnung der EEG-Umlage verschwindet das Paradoxon der Strompreisentwicklung dauerhaft.

Die Politik ist in der Pflicht, das Paradoxon zu beseitigen.